Jan
06

Das Thema der Schadtstoffplakette oder auch Feinstaubplakette führt immer mehr zur Verwirrung. Niemand weiß so richtig, wann er sich drum kümmern soll und wo genau nun diese Plakette schon gefordert wird und wo nicht.

Wir haben uns nun auch eine von diesen super Feinstaubplaketten besorgt. Teuer war es nicht, wie bereits in meinem ersten Artikel erwähnt, kostet der Spaß zwischen 5 und 10 EUR . Aber der Aufwand der damit betrieben wird, ist schlechthin ein totaler Irrsinn. Jede Werkstatt, die auch eine TÜV-Untersuchung machen kann, ist befugt eine Feinstaubplakette auszustellen. D.h. aber nicht, dass tatsächlich eine Untersuchung gemacht wird. In unserem Fall haben wir bei der Werkstattanmeldung unseren Fahrzeugschein abgegeben (da dort die Nummer zur Vergabe gebraucht wird) und es wurde ein Auftrag geschrieben. Dann ist ein Mitarbeiter mit diesem Auftrag und uns im Schlepptau zum Werkstattmeister gegangen und hat dort den Auftrag übergeben. Der Meister hat eine Liste hervorgeholt, in der er einige Daten aus unserem Fahrzeugschein eingetrug, hat die Plakettenfarbe in seinem Computer errechnen lassen - juhu, wir haben grün, “so eine Überraschung” - und unser Kennzeichen auf die Feinstaubplakette geschrieben mit dem Kommentar “des braucht ihr aber noch nicht; in München kimmts erst spätestens Oktober”. Meine Antwort “Na klar, so wie mit den Winterreifen. Wenns dann mal schneit, dann kommen Alle”. Mit dieser Feinstaubplakette ist dann der Werkstattleiter mit uns zum Auto, um wahrscheinlich zu überprüfen, ob es auch das Fahrzeug X ist und klebte die Plakette mehr oder weniger liebevoll ein, gab uns den Auftrag und bat uns diesen bitte an der Kasse zu bezahlen. Dort haben wir dann bezahlt und uns gewundert, ob sich der Aufwand, einen Auftrag durch drei Mitarbeiterhände laufen zu lassen, für unter 10 EUR wirklich lohnt.

Bleibt zu hoffen, dass nicht alle Werkstätten so arbeiten. Sonst tun mir jetzt schon alle Autofahrer leid, die auf den letzten Moment warten.

Bisher ist die Schadstoffplakette erstmal nur in Berlin, Hannover und Köln Gesetz.

Folgende Städte wollen voraussichtlich nachrücken:

  • Freiburg im Breisgau
  • Heidelberg
  • Augsburg
  • Karlsruhe
  • Ilsfeld
  • Leonberg
  • Ludwigsburg
  • Mannheim
  • Mühlacker
  • München
  • Neu-Ulm
  • Pforzheim
  • Pleidelsheim
  • Reutlingen
  • Stuttgart
  • Schwäbisch-Gmünd
  • Tübingen

Aber nicht in Panik verfallens! Sollte euer geliebtes Auto schon so alt sein, dass ihr eh schon wisst, dass es keine Plakette geben wird, dann lasst Euch sagen: einige Städte haben sogar erst für 2010 und später die Umweltzonen geplant. Und solange man keine Umweltzonen festlegt, solange kann man auch keine Plakette fordern.

Die Sache erinnert mich ein wenig an die damalige Einführung der Rechschreibreform, wo jede Stadt bzw. jedes Bundesland seine eigene Suppe kochen wollte. Unterm Strich wird es einfach komplizierter in Deutschland.



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